30
Jun
2011
Vom austauschbaren Einmalkäufer zum langfristigen Partner – Teil 2: Kundenbindung – aber wie?
Die Bedeutung der Kundenbindung ist somit klar und lässt sich wie folgt zusammen fassen: Mit Ausnahme eines Monopolisten, bei dem übertriebene Anstrengungen in Kundenbindung unnötige Kosten verursachen können, ist es für die meisten Unternehmen sogar überlebensnotwendig in die Pflege ihrer Stammkunden zu investieren. Stellt sich nur die Frage nach dem WIE.
Prinzipiell sind unterschiedliche Gründe denkbar, warum sich ein Kunde an ein bestimmtes Unternehmen bindet. Auf einer strategischen Ebene lassen sich dabei vor allem die Ansatzpunkte unterscheiden:
- Situative Bindungsursachen sind äußere Faktoren (v.a. ein günstiger Standort), die dafür verantwortlich sind, dass ein Kunde sich an einen Anbieter bindet. Aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten des Online-Shopping ist es jedoch aus Unternehmenssicht nicht ausreichend, sich ausschließlich auf einem solchen situativen Vorteil auszuruhen.
- Bei der Strategieoption einer vertraglichen Bindung versucht ein Unternehmen seine Kunde durch eine verbindliche Vereinbarung längerfristig an sich zu binden. Klassische Beispiele für diese Art der Kundenbindung sind Handyverträge, Zeitungs-Abos oder ein Vertrag im Fitness-Studio.
- Von technisch-funktionaler Bindung kann gesprochen werden, wenn zwischen einem Unternehmen respektive den Produkten und Leistungen dieses Unternehmens und seinen Kunden in technischer Hinsicht eine Abhängigkeit besteht, so dass ein Anbieterwechsel aufgrund von Kompatibilitätsproblemen nicht möglich ist bzw. mit hohen Beschaffungsschwierigkeiten verbunden ist. Exemplarisch findet sich diese Art der Kundenbindung beispielsweise bei Computern oder Druckern (z. B. Apple), elektrischen Zahnbürsten oder den modernen Kaffeemaschinen, bei denen die Kaffee-Pads ebenfalls nur markenbezogen eingesetzt werden können (z. B. Nespresso). Interessant bei dieser Strategie ist, dass die „Refils“ meist die eigentlichen Gewinnbringer darstellen.
- Bei einer ökonomischen Bindung findet ein Anbieterwechsel aufgrund objektiv oder subjektiv zu hoch empfundener Wechselkosten nicht statt. Die vorgestellten Beispiele zeigen deutlich, dass die unternehmerische Strategie hier auf den Aufbau von Wechselbarrieren abzielt und die Bindung hier aus einer bestimmten Abhängigkeit des Kunden resultiert. Im deutlichen Kontrast dazu zielt die folgende Strategie-Option auf eine freiwillige Bindung der Kunden ab.
- Für den Aufbau einer psychologischen Bindung setzt ein Unternehmen direkt am Kunden an. Die Kernidee besteht darin, dass der Kunde in keiner vertraglichen, funktionalen oder ökonomischen Abhängigkeit steht und somit ohne Probleme jederzeit den Anbieter wechseln könnte, dies aber nicht will und nicht tut, weil er emotional an das Unternehmen (bzw. bestimmte Leistungen) gebunden ist.
Grundvoraussetzung für eine solche emotionale Ge- bzw. Verbundenheit ist, dass der Kunden mit den unternehmerischen Angeboten zufrieden ist. Das Thema Kundenzufriedenheit ist somit ein zentraler Erfolgsfaktor dieser Bemühungen um eine emotionale Kundenbindung. Allerdings ist an dieser Stelle der Hinweis wichtig, dass auch die skizzierten Wechselbarrieren i.d.R. nicht dauerhaft vor Kundenabwanderungen schützen können.
Anders formuliert: Auch im Rahmen der anderen strategischen Kundenbindungsoptionen ist das Thema Kundenzufriedenheit wichtig – denn auf kurz oder lang lässt sich auch ein unzufriedener Kunde durch die verschiedensten Barrieren nicht von einem Wechsel abhalten. Zudem sollte an dieser Stelle erneut auf die Gefahr einer negativen Mund-zu-Mund-Propagande zwar gebundener aber dennoch unzufriedener Kunden hingewiesen werden. Die im Folgenden vorzustellenden Maßnahmen stellen somit für alle kundenorientierten Unternehmen interessante und lohnenswerte Ansatzpunkte dar.




Auf diese und viele weitere Fragen gab Rechtsanwalt Dr. Markus Robak von der JONAS Rechtsanwaltsgesellschaft mbH tiefgehende Antworten. Dr. Robak ist Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht und Junior-Partner bei JONAS. Die Teilnehmer erfuhren in seinem spannenden Vortrag, wie man sich rechtssicher durch den Social Media Jungle navigiert.
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